Gold und Bronze bei DM

 (23.07.2007)
Gold und Bronze bei den Deutschen: Carolin Nytra und Jonna Tilgner
Carolin Nytra und Jonna Tilgner vom Bremer LT/TuS Komet Arsten haben in Erfurt mit Gold über 100m Hürden und Bronze über 400m Hürden für das erfolgreichste Abschneiden des Bremer Leichtathletik Verbandes bei Deutschen Meisterschaften seit über 40 Jahren gesorgt.1. TagNach ihren Deutschen Meistertiteln in der Jugend 2004 und bei den Juniorinnen 2005 nutzte Nytra im Steigerwaldstadion die krankheitsbedingte Absage der Seriensiegerin Kirsten Bolm aus Mannheim die Gunst der Stunde und gewann ihren ersten Titel bei den Frauen. Weder sintflutartige Regenfälle unmittelbar vor dem Finale, noch ein Fehlstart der Mehrkämpferin Jennifer Oeser (TSV Bayer 04 Leverkusen) brachten Nytra aus der Ruhe. Obwohl sie weiß, dass ein weiterer Fehlstart das Aus bedeuten könnte, reagiert die 22-Jährige beim zweiten Startversuch am schnellsten und führt bis Mitte des Rennens. Dann schiebt sich die Favoritin Annette Funk von Hannover 96 an Nytra vorbei und führt auch noch an der letzten Hürde. Mit einem furiosen Auslauf und einem Hechtsprung ins Ziel holt Nytra (13,24 Sekunden) die entscheidende Hundertstelsekunde gegenüber Funk (13,25 Sekunden) heraus. Die Drittplatzierte Stephanie Lichtl (LAZ Salamander Kornwestheim) liegt bereits eineinhalb Zehntelsekunden zurück.„Ich hatte schon damit geliebäugelt, heute hier nach ganz vorn zu laufen. Aber es war auch klar, dass es knapp wird. Ich hatte eigentlich gleich das Gefühl, dass ich vorn war. Aber dann mussten wir Ewigkeiten warten, bis zum endgültigen Ergebnis – furchtbar! Die Schrammen merke ich jetzt noch gar nicht, zum Glück war die Bahn nass. Aber es hat sich ja gelohnt“, sagte Carolin Nytra kurz nach ihrem Überraschungscoup.„Caro ist technisch noch besser gelaufen als beim sechsten Platz der U23-EM im ungarischen Debrecen vor Wochenfrist. Vor allem aber hat sie ihr Herz in beide Hände genommen und den Kopf ausgeschaltet“, ergänzt Nytras Trainer Jens Ellrott.Über 100m kam Nytras Vereinskollegin Stephanie Thumann auf regennasser Bahn und Problemen mit dem Startblock in ihrem Vorlauf als Vierte nicht über 12,01 Sekunden hinaus. Sie verfehlte damit ihre Bestzeit von 11,80 Sekunden deutlich und verpasste das Finale, für das 11,75 Sekunden nötig gewesen wären.Die 4x100-Meter-Staffel des BLT mit Stephanie Thumann, Jonna Tilgner, Catharina Reppin und Carolin Nytra kam in ihrem Zeitendlauf nach einem verpatzten ersten Wechsel nicht ins Ziel. „Vielleicht haben wir doch zuviel riskiert“, nimmt Trainer Ellrott die Schuld auf sich. „Das unsere Einschätzung im Vorfeld aber realistisch war, zeigen die Zeiten der Viert- und Fünftplatzierten Staffel, die mit 45,69 bzw. 45,72 Sekunden im Rahmen unserer Bestzeit von 45,78 Sekunden gelaufen sind. Voraussetzung für eine solche Platzierung ist allerdings, dass man ankommt.“Über 400m Hürden gewann Jonna Tilgner vom BLT/TuS Komet Arsten ihren Vorlauf sicher und kontrolliert in 57,66 Sekunden gewonnen. Damit steht sie als drittschnellste Läuferin im Endlauf. Schneller liefen im ersten Vorlauf nur die einheimische Ulrike Urbansky (Erfurter LAC, 55,44 Sekunden) und Tina Kron (SV Schlau.Com Saar 05 Saarbrücken, 56,42 Sekunden). „Eine Hürde zu früh ist Jonna in den 16er-Rhythmus gekommen, dadurch war die zweite Kurve etwas unökonomisch. Nach der achten Hürde hat sie dann das Tempo ´raus genommen“, analysierte Trainer Jens Ellrott den Lauf seines leicht erkälteten Schützlings.2. TagFür die zweite Bremer Medaille bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Erfurt sorgte am zweiten Tag Jonna Tilgner vom BLT/TuS Komet Arsten, die über 400m Hürden in 56,96 Sekunden Bronze gewann. Hinter die klare Favoritin Ulrike Urbansky vom einheimischen Erfurter LAC, die im Finale mit 55,21 Sekunden vorne lag, schob sich etwas überraschend Tina Kron (SV Schlau.Com Saar 05 Saarbrücken) in 55,58 Sekunden und WM-Norm auf den Silberrang. Dennoch, keine Anzeichen von Enttäuschung bei Jonna Tilgner: „Ich bin überglücklich über die Medaille. Es war eine klare Steigerung im Vergleich zum letzten Jahr und mein viertschnellstes Rennen überhaupt. Nach der vierten Hürde hatte ich einen leichten Bruch im Rhythmus, und zum Schluss hat mich ein wenig der Mut verlassen.“ Für die Silbermedaille hätte Jonna Tilgner ohnehin ihre Bestzeit von 55,96 Sekunden weit unterbieten müssen – zu viel dar man einfach noch nicht erwarten, stand die Bremerin im Mai des vergangenen Jahres doch noch bei 59,38 Sekunden. „Und kleine Hochs und Tiefs gibt es halt bei mir immer noch“, weiß die 22-Jährige selbst.Das soll sich im nächsten Jahr ändern, „wenn die Rhythmus-Umstellung komplett vollzogen ist“, blickt Trainer Jens Ellrott weiter optimistisch voraus und ist auch über die in Erfurt nicht gelaufene Norm für die WM in Osaka (55,60) keineswegs traurig. Schließlich war das Saisonziel von Jonna Tilgner immer die Universiade in Bangkok.Über 200m zeigte sich Stephanie Thumann zwar gegenüber dem Vortag verbessert, verfehlte als Vierte ihres Vorlaufes in 24,47 Sekunden jedoch das Finale. „Sie ist bei Deutschen noch nicht so konstant wie ich es mir wünsche“, erklärte Trainer Jens Ellrott.Überhaupt nicht mit den unterschiedlichen Winden im Weitsprung zurecht kam Catharina Reppin (BLT/TuS Komet Arsten. Mit 5,64 Metern blieb die immer noch angeschlagene Bremerin unter ihren eigenen Erwartungen. „Ich werde jetzt erst einmal in Urlaub fahren und in Ruhe meine Fußverletzung, mit der ich mich seit meinem ersten Wettkampf herum plage, auskurieren. Ob ich dann die Deutschen Juniorenmeisterschaften noch springe, wird sich zeigen“, sagte die 20-Jährige nach Beendigung ihres Wettkampfes.
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