2/1000 Sekunden am EM-Finale vorbei

 (07.03.2009)
Trotz persönlicher Bestzeit und deutscher Jahresbestleistung schaffte Hürdensprinterin Carolin Nytra vom Bremer LT/TuS Komet Arsten nicht den Einzug ins Finale bei den Hallen-Europameisterschaften der Leichtathleten in Turin über 60 Meter Hürden – zwei Tausendstelsekunden fehlten am Ende zum großen Ziel. Bereits im Vorlauf um zehn Uhr morgens hatte Carolin Nytra als Zweite ihre Bestleistung im "Oval Lingotto" um eine Hundertstelsekunde auf 8,07 Sekunden nach oben geschraubt und sich mit der viertschnellsten Zeit insgesamt für das Halbfinale am Nachmittag qualifiziert. Dort startete die Bremerin im ersten Lauf, in dem am Ende sieben Athletinnen nur acht Hundertstelsekunden auseinander lagen. Dabei hatte Carolin Nytra unglaubliches Pech: Zwei Tausendstelsekunden fehlten ihr zum Erreichen des Finales! Bis zur dritten Hürde lag die 24-Jährige nach einem fantastischen Start einen halben Meter vor dem gesamten Feld. „Ich habe mich zum ersten Mal in dieser Saison richtig schnell gefühlt. Es war das beste Rennen, dass ich je in der Halle absolviert habe", sagte die Deutsche Freiluft-Meisterin, die dann allerdings die vierte Hürde mit dem Knie des Nachziehbeins mitnahm. „Bis dahin war alles im Fluss“, sagte sie nach Bekanntgabe des Ergebnisses unter Tränen. Zeitgleich mit der Viertplatzierten ihres Laufs, der Französin Cindy Billaud, wurde sie auf den undankbaren fünften Platz gesetzt. Doch die Enttäuschung währte nicht allzu lange: 8,05 Sekunden hießen erneut persönliche Bestleistung, und das zum Saisonhöhepunkt, und deutsche Jahresbestleistung. Im zweiten Halbfinale reichten für die zweite deutsche Starterin, Nadine Hildebrand vom LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg als Vierte 8,14 Sekunden zum Erreichen des Finales. „Caro ist ein Opfer des Systems geworden", sagte ihr Trainer Jens Ellrott, "denn wenn nicht die ersten Vier, sondern die ersten Drei plus zwei Zeitschnellste weiter gekommen wären, wäre Caro mit der insgesamt sechstschnellsten Zeit dabei gewesen. Erste Analysen des Laufs von Carolin Nytra ergaben, dass sie auf dem Weg zu einer Zeit unter 7,95 Sekunden war. DLV-Cheftrainer Rüdiger Harksen bescheinigte der 24-Jährigen eine Weltklasseleistung an den ersten drei Hürden. Und so geht der Blick Richtung Sommer. "Das Gefühl für die Hürden ist wieder da. In der Halle ging es darum, die ersten drei Hürden zu stabilisieren, und das haben wir geschafft. Ich weiß jetzt wieder, was ich kann und bin heiß auf die Freiluftsaison“, lautete das abschließende Fazit, das Carolin Nytra schon wieder mit einem Lächeln auf den Lippen formulierte.
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