Jonna Tilgner gewinnt Bronze bei DM

 (19.07.2010)
Das gute Gefühl hatte nicht getrogen: Bereits vor den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig hatte Jonna Tilgner vom Bremer LT selbstbewusst angekündigt: „Ich laufe Saisonbestleistung.“ Und die Athletin vom Bremer LT ließ ihren Worten Taten folgen. Und zwar gleich doppelt. Der persönlichen Jahresbestzeit vom Sonnabend (57,24 Sekunden) ließ die 25-Jährige im Finallauf der 400 Meter Hürden eine respektable 56,82 folgen. Das reichte am Ende zwar nicht für die Verteidigung des Meistertitels und – was noch wichtiger gewesen wäre – für die EM-Norm, doch die Bronzemedaille war ein gern genommenes Trostpflaster. So überwog am Ende sowohl bei Tilgner als auch bei ihrem Trainer Jens Ellrott die Zufriedenheit: „Bis 250 Meter war es die alte Jonna, die ich aus den letzten beiden Jahren kenne“, sagte der Coach, fügte im gleichen Atemzug aber auch hinzu: „Platz drei war das Minimalziel.“Das große Saisonziel hingegen, nämlich die Qualifikation für die Europameisterschaften Ende Juli in Spanien, habe man deutlich verpasst. „Da brauchen wir natürlich gar nicht drumrum reden.“ Dennoch: Mit der (doppelten) persönlichen Jahresbestzeit holte Tilgner wohl das Optimum in Braunschweig. Mehr war am gestrigen Tag einfach nicht möglich, da die neue Deutsche Meisterin Fabienne Kohlmann (56,14) und die Zweitplatzierte Jill Richards (56,34) in einer anderen Liga liefen. „Jonna war nach dem Lauf trotzdem zufrieden“, wusste Ellrott. Die seit einigen Wochen wieder ansteigende Form wollen der Trainer und sein Schützling nun nutzen, um noch an ein paar Meetings teilzunehmen. „Ich denke schon, dass Jonna in diesem Jahr noch Zeiten zwischen 56 und 56,5 Sekunden laufen kann“, blickt Ellrott wieder optimistisch in die Zukunft. Am liebsten würde Tilgner auch noch wieder auf Rang zwei der nationalen Bestenliste vorrücken. Nach gestern belegt sie Platz vier. Um noch zwei Plätze zu klettern, müsste sie eben jene Zeit von Jill Richards – also 56,34 Sekunden – unterbieten. Ein ehrgeiziges Ziel für die letzten Wochen der Saison. Ellrott glaubt seit gestern wieder daran. Und kann seine Hoffnung auch begründen: „Es war beeindruckend zu sehen, wie positiv Jonna im Vergleich zu den Enttäuschungen der letzten Jahre mit den Ereignissen hier umgegangen ist.“

Tobias Dohr (Weser Kurier)
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